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Hrsg.: Silke Paull, Erwin Stegentritt
1972, 92 S. 26 x 20 cm 30,- €
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1793
Im Gegensatz zu dem Stück "1789", dem ersten erfolgreichen Versuch in Richtung auf ein Bewußtmachen historischer Vorgänge, lebt "1793" mehr von der Aussage hinter dem Spektakel, d.h. die Ereignisse von 1793 sind dahingehend interpretierbar, daß sie jeder auf unsere Zeit transponieren kann.
Während der "Orlando Furioso" des Piccolo Teatro formell vielleicht richtungsweisend war für "1789", nähert sich das neue Stück mehr dem epischen Theater Brechts. Die Technik des Théâtre du Soleil in "1793" ist jedoch unabhängig von der theoretischen Vorlage Brechts entstanden.
Der ganze Raum wird zum Darstellungsfeld und umgekehrt. - Die Zuschauer zwischen den einzelnen Spielebenen können sich frei bewegen, müssen dem Schauplatzwechsel folgen: automatisch werden sie Teil des Spektakels. Das ist Theater mit dem Publikum, nicht Theater für das Publikum.
Diese Konzeption ist nicht nach Brecht entstanden, sondern wurde in kollektiver Arbeit von der Truppe entwickelt. In den sechs Monaten Arbeit an der Grundidee wurde diese Form gefunden, die das Publikum in die Ereignisse eingliedert / sie miterleben lassen.
(Aus dem Bericht über die Premiere von S.P. und E.S.)